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Nuix startet Neo AI Agent mit Quellenverweisen und Prüfprotokoll

Nuix stellt einen dialogorientierten Ermittlungsagenten vor, der Plattformwerkzeuge nutzt, Datenbeziehungen verfolgt und seine Arbeit für die fachliche Prüfung dokumentiert.

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Nuix hat am 22. Oktober den Nuix Neo AI Agent vorgestellt. Die dialogorientierte Ermittlungsfunktion verknüpft Antworten mit dem Ausgangsmaterial und dokumentiert die Schritte, mit denen sie erstellt wurden. Die Ankündigung aus Sydney richtet sich an Unternehmen, Rechtsteams, Prüfer, Aufsichtsbehörden und Strafverfolgungsstellen, die mit großen Informationsbeständen arbeiten. Nutzer können in Alltagssprache Fragen zu Dokumenten, Bildern und Verbindungen zwischen Menschen, Konten, Kommunikation und Transaktionen stellen.

Der Agent kann auf mehr als 20 Werkzeuge innerhalb von Nuix Neo zurückgreifen. Die Funktionsübersicht beschreibt, wie Suche, Abruf einzelner Elemente und die Erkundung von Wissensgraphen in einem Gespräch kombiniert werden. Ist ein Graph vorhanden, dessen Name dem aktuellen Fall entspricht, kann der Agent dessen Struktur untersuchen und passende Abfragen erzeugen. So fließen Dokumentenbelege und Beziehungsanalysen in dieselbe Antwort ein. Gleichzeitig müssen Analysten weniger Abfragesyntax selbst schreiben.

Das Unternehmen stellt die Dokumentation der Arbeit neben die eigentliche Antwort. Antworten verweisen auf die Quelldokumente, und Ermittler können das vollständige Gespräch einschließlich der ausgeführten Schritte und Ergebnisse exportieren. Andere Fachkräfte erhalten damit eine Aufzeichnung, anhand derer sie prüfen können, wie eine Antwort zustande kam. Die Ankündigung beschreibt dies als Unterstützung bei der Erläuterung von Ergebnissen gegenüber Gerichten und Unternehmensgremien. Das zugrunde liegende Material bleibt dabei für eine Überprüfung verfügbar.

Für die Ermittlungen gelten Zugriffs- und Ausgabenkontrollen. Nuix zufolge werden rollenbasierte Berechtigungen im Fallbestand durchgesetzt. Die Übersicht begrenzt fallübergreifende Suchen zudem auf Fälle, auf die der Nutzer zugreifen darf. Administratoren können für Nutzer, Modelle, Fälle oder Dienste Nutzungslimits nach Kosten, Aufrufen oder Tokens festlegen. Die Dokumentation beschreibt außerdem ein separates Moderationsmodell, das Eingaben und Ausgaben anhand der Standards einer Organisation prüft. Die Richtlinien können dabei Sperr- oder Auditmaßnahmen vorsehen.

Der Agent arbeitet mit Daten, die innerhalb der bestehenden Nuix-Neo-Plattform vorbereitet wurden. Die Plattform bündelt E-Mails und Anhänge, Dokumente, Chats, Tabellen, Bilder, Audio, Video und forensische Dateien. Nuix beschreibt eine Verarbeitungsgrundlage, die sich für Rechts-, Datenschutz- und Ermittlungsaufgaben wiederverwenden lässt. Die Orchestrierungsschicht koordiniert Aufgaben und Modelle über Abhängigkeiten, Weiterleitung und Ausnahmebehandlung. Dabei bleibt entlang der gesamten Verarbeitungskette ein Prüfprotokoll erhalten.

Die Einführung folgt auf die Ankündigung des Neo Gen AI Framework durch Nuix am 8. Oktober. Diese Governance-Infrastruktur verbindet das vom Kunden gewählte Modell mit den aufbereiteten Daten der Plattform. Schon damals stellte das Unternehmen den Agenten frühen Anwendern über das Responsible Innovation Framework bereit. Kunden können ein unterstütztes großes Sprachmodell und einen Anbieter auswählen, während das Framework Governance, Tokenmessung und Kontextverwaltung übernimmt. Die Ankündigung vom 22. Oktober führt die Fähigkeiten des darauf aufbauenden Agenten näher aus.

Der dialogorientierte Ablauf erhält während einer Sitzung den Kontext, sodass weitere Fragen auf früheren Erkenntnissen aufbauen können. Die Übersicht beschreibt auch, wie Ergebnisse über Elementmarkierungen und benutzerdefinierte Metadatenfelder in den Fall zurückgeschrieben werden. Die Anmerkungen werden dadurch durchsuchbar und exportierbar. Je nach Frage kann der Agent eine Tabelle, einen Zeitstrahl, ein Organigramm, ein Flussdiagramm oder eine ausformulierte Antwort liefern. Diese Funktionen halten die Ergebnisse auch nach dem ersten Austausch mit den zugrunde liegenden Elementen verbunden.

Nuix unterscheidet diesen explorativen Ablauf von Neo Automate BYO AI. Dieses wendet eine festgelegte Anweisung auf jedes Element eines ausgewählten Datenbestands an und kann strukturierte Berichte erstellen. Der Agent wählt stattdessen über Werkzeugaufrufe relevante Elemente aus, um offene Fragen und Beziehungen zu untersuchen. Beide nutzen das Governance-Framework. Das Funktionsdokument weist die Überprüfung der Ausgaben vor ihrer Verwendung qualifiziertem Personal zu. Das fachliche Urteil bleibt bei den Ermittlern, Analysten und juristischen Prüfern, die das System einsetzen.