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OpenAI weitet ChatGPT-Werbetest auf fünf Märkte aus

ChatGPT Ads startet in Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea. Antworten sollen unabhängig bleiben, Gespräche für Werbekunden privat.

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OpenAI hat den Werbetest in ChatGPT auf Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea ausgeweitet. Es ist die erste konkret benannte Expansion außerhalb der USA, doch das Unternehmen spricht weiterhin von einem Versuch und nicht von einem allgemeinen Start. Werbung in einem Assistenten, der für Arbeit, Lernen und persönliche Entscheidungen genutzt wird, ist mehr als eine neue Einnahmequelle: Sie prüft, ob Nutzer den Antworten weiterhin vertrauen.

Der Test behält die aus den USA bekannte Trennung bei. Werbung kann erwachsenen, angemeldeten Nutzern der Tarife Free und Go erscheinen; Plus, Pro, Business, Enterprise und Education bleiben werbefrei. OpenAI will damit die Infrastruktur für kostenlose und günstigere Zugänge mitfinanzieren und zugleich eine bezahlte Alternative ohne Werbung erhalten. Ein dauerhaftes Geschäftsmodell für alle Länder ist damit noch nicht festgelegt.

Die sensibelste Zusage lautet, dass Anzeigen die Antworten von ChatGPT nicht beeinflussen. Gesponserte Inhalte sollen klar gekennzeichnet und optisch von der eigentlichen Antwort getrennt werden. Für die Auswahl können jedoch Gesprächsthema, frühere Chats und bisherige Anzeigeninteraktionen berücksichtigt werden. Da ein Chat als durchgehender Austausch wahrgenommen wird, muss die Grenze zwischen Modellantwort und kommerzieller Botschaft im Alltag erkennbar bleiben.

Datenschutz und der Schutz Minderjähriger bilden eine zweite Grenze. Werbekunden sollen weder Gespräche, Verlauf, Erinnerungen noch persönliche Angaben erhalten, sondern nur zusammengefasste Werte wie Ansichten und Klicks. Konten, die als unter 18 bekannt sind oder entsprechend eingeschätzt werden, bekommen keine Anzeigen. Auch neben sensiblen oder regulierten Themen wie Gesundheit, psychischer Gesundheit und Politik soll keine Werbung erscheinen. Die Umsetzung in unterschiedlichen Sprachen und Rechtsräumen wird entscheidend.

Die Expansion erfolgt, während die Wirtschaftlichkeit von Verbraucher-KI offen bleibt. Ein Assistent im großen Maßstab benötigt fortlaufend Rechenleistung; Anbieter kombinieren Abos, Firmenangebote, Entwicklerdienste und Partnerschaften. Werbung kann günstigen Zugang mitfinanzieren, schafft aber andere Anreize. OpenAI muss zeigen, dass kommerzielle Relevanz weder die Nützlichkeit noch die wahrgenommene Unabhängigkeit und Neutralität der Antworten schwächt.

Nutzer sollen Anzeigen schließen, Rückmeldung geben, den Anzeigegrund ansehen, Werbedaten mit einem Schritt löschen und Personalisierung verwalten können. OpenAI berichtete aus der frühen Phase von wenigen geschlossenen Anzeigen und keiner Veränderung seiner Vertrauensmetriken, veröffentlichte aber weder eine ausführliche Methode noch Marktdaten. Reaktionen in den fünf Ländern und spätere Transparenz werden nötig sein, um diese Aussage zu bewerten.

Vorerst ändert sich die Verfügbarkeit, nicht ein endgültiges Anzeigenformat. OpenAI will weiter lernen und den Test im Jahresverlauf auf weitere Märkte ausdehnen. Gemessen wird das Ergebnis an mehr als Umsatz: Nutzer und Aufsicht werden auf die Trennung von Werbung und Antwort, wirksame Wahlmöglichkeiten, Schutz für Minderjährige und sensible Gespräche sowie darauf achten, ob ein Dialogprodukt Anzeigen aufnehmen kann, ohne den Grund für das Vertrauen in wichtige Fragen zu verlieren.