Unternehmens-KI

Oracle stellt Deep Trust AI für Datenregeln und generierte Anwendungen vor

Oracles Deep Trust AI Architecture verankert Datenrechte, Geschäftsregeln und die Ausführung von Anwendungen unterhalb betrieblicher KI-Agenten.

Veröffentlicht Aktualisiert
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Oracle hat am 26. Oktober auf der Oracle AI World in Las Vegas die Deep Trust AI Architecture angekündigt. Der Bauplan beschreibt, wie Unternehmen Kontrollen unterhalb jener KI-Agenten und Anwendungen verankern können, die ihre Geschäftsdaten verarbeiten. Er verbindet Oracle AI Database, Autonomous AI Database und APEX AI Application Generator auf vier Ebenen: Softwareplattform, Daten, Datenzugriff und Anwendungsentwicklung.

Das von Oracle beschriebene Problem wird sichtbarer, wenn KI über das Beantworten von Fragen hinaus mit operativen Geschäftssystemen interagiert. Eine Anwendung kann detaillierte Datenschutzprüfungen enthalten, während ein direkt mit der Datenbank verbundener Agent dieselben Informationen auf einem anderen Weg erreicht. Auch generierte Anwendungen können Zugriffsregeln übersehen. Oracle will diese Schutzmechanismen in einer gemeinsamen Infrastruktur durchsetzen und damit die Abhängigkeit von der Umsetzung in jeder einzelnen Anwendung verringern.

Auf der Plattformebene verweist Oracle auf die automatischen Sicherheitsupdates der Autonomous AI Database für Datenbanksoftware, Betriebssystem, Speicher und Firmware. Beim schrittweisen Einspielen von Patches werden Teile der Infrastruktur nacheinander aktualisiert, während die Arbeitslasten weiterlaufen. Verschlüsselung erfasst gespeicherte Daten ebenso wie Informationen während der Übertragung. Diese Funktionen betreffen die Wartung und die Angriffsfläche der zugrunde liegenden Systeme, von denen KI-Anwendungen abhängen.

Für Datenberechtigungen setzt Deep Data Security Regeln innerhalb von Oracle AI Database 26ai anhand der Identität des anfragenden Nutzers und des Ausführungskontexts durch. Richtlinien können ganze Datensätze, bestimmte Spalten und einzelne Zellwerte unterscheiden. Signierte Token aus dem Identitätssystem eines Unternehmens übermitteln die Identitätsinformationen. So kann die Datenbank den tatsächlichen Nutzer hinter einer Agentenanfrage bewerten. Der Zugriff einer Führungskraft auf Mitarbeiterinformationen wird damit zur Datenbankrichtlinie, statt als Filterschritt in verschiedenen Anwendungen wiederholt zu werden.

Geschäftliche Beschränkungen erfüllen eine eigene Aufgabe. Oracle SQL Assertions formuliert Bedingungen, welche die Datenbank durchsetzen muss, etwa das Ausgabenlimit eines Mitarbeiters. Eine unzulässige Belastung kann dadurch bereits beim Einreichen abgelehnt werden. Für den Agentenzugriff beschreibt die Ankündigung Deep Trust Data APIs, die kontrollierte Geschäftsobjekte wie Bestellungen bereitstellen. Anwendungen erhalten eine festgelegte Menge von Objekten, die sie lesen oder ändern dürfen, während die Datenbank die jeweiligen Regeln anwendet.

Oracle Deep NL2SQL behandelt eine weitere Fehlerquelle: die Übersetzung einer geschäftlichen Frage in SQL-Anweisungen zur Datenbankabfrage. Es verbindet unternehmenseigene Begriffe und Geschäftskennzahlen mit Informationen über die Struktur der Daten. Mit Continuous Feedback Learning können Nutzer falsche Antworten markieren, damit ein Wissensexperte sie mit KI-Unterstützung untersucht und korrigiert. Knowledge Change Verification prüft bereits validierte Antworten erneut, bevor überarbeitetes Wissen veröffentlicht wird. Dadurch sollen Korrekturen auffallen, die andere Antworten verschlechtern würden. Diese Mechanismen zielen auf höhere Genauigkeit, belegen aber nicht, dass Fehler verschwinden.

In der Anwendungsentwicklung erzeugen KI-Programmieragenten APEXlang, eine strukturierte Beschreibung der vorgesehenen Anwendungsfunktionen. Die etablierte APEX-Engine führt diese Definition aus. Die Sprache ist für Menschen lesbar, sodass Teams die Definitionen prüfen, validieren und in einer Versionsverwaltung speichern können. Oracle konzentriert Ausführung und betriebliche Kontrollen in der gemeinsamen Engine; Entwickler pflegen eine von KI generierte Spezifikation. Laut den Produkthinweisen setzt APEXlang die Version APEX 26.1 oder eine neuere Version voraus.

Der 26. Oktober ist das Datum der Architekturankündigung; mehrere zugrunde liegende Funktionen sind bereits verfügbar. Oracle hatte die Verfügbarkeit von Deep Data Security in AI Database 26ai in einem auf den 1. Mai datierten Blogbeitrag angekündigt. APEX 26.2 wurde am 6. Oktober für lokale Installationen allgemein verfügbar und ergänzte die Integration mit Deep Data Security sowie kleinteiligere APEXlang-Importe. Diese Ankündigung bezeichnete die Verfügbarkeit auf Autonomous AI Database, OCI und mehreren Clouds noch als bevorstehend. Sie belegt daher keinen abgeschlossenen Rollout in diesen Umgebungen. Auch die Architekturankündigung nennt keinen gemeinsamen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit sämtlicher Komponenten.