KI-Infrastruktur

STMicroelectronics und NUS eröffnen HELIX-Labor für Edge-KI bis auf Siliziumebene

STMicroelectronics und die National University of Singapore starten ein vierjähriges HELIX Corporate Lab für stromsparende Hardware für verkörperte und generative Edge-KI.

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STMicroelectronics und die National University of Singapore haben das ST–NUS HELIX Corporate Lab eröffnet, ein vierjähriges Forschungsprogramm für die Hardwarebasis der nächsten Edge-KI-Generation. Das College of Design and Engineering der NUS veröffentlichte Details am 25. August, nachdem die offizielle Eröffnung am 24. August stattgefunden hatte. HELIX steht für Hardware for Embodied Low-power Intelligent Xcceleration und zielt darauf, KI-Systeme direkt auf physischen Geräten wahrnehmen, denken und handeln zu lassen, ohne vollständig auf entfernte Rechenzentren angewiesen zu sein.

Die Partnerschaft verbindet STs Halbleitertechnik mit NUS-Forschung in integrierten Schaltungen, Computerarchitektur, KI-Modellen und Systemdesign. Das Labor ist am College of Design and Engineering angesiedelt, mit Beteiligung der School of Computing, und wird durch Singapurs Research, Innovation and Enterprise 2025 Plan unterstützt. Die Teilnahme von Staatsministerin Low Yen Ling an der Eröffnung zeigt, dass das Projekt auch Teil der Strategie Singapurs ist, seine Halbleiter- und KI-Basis zu stärken.

Edge-KI wird wichtiger, weil Modelle in Roboter, Drohnen, industrielle Sensoren, Fahrzeuge und andere intelligente Geräte wandern. Cloud-KI ist leistungsfähig, kann aber Latenz, Bandbreitenbedarf, Datenschutzrisiken und Abhängigkeit von Verbindung mit sich bringen. Für verkörperte KI sind diese Nachteile oft problematisch. Eine Drohne kann nicht immer warten, bis ein entfernter Server Sensordaten interpretiert, und ein Roboter in der Nähe von Menschen braucht schnelle und zuverlässige lokale Wahrnehmung und Steuerung.

HELIX soll diese Herausforderung über den gesamten Technologiestapel angehen. ST und NUS nennen KI-Algorithmen, Beschleunigerarchitekturen, Speichersysteme, Schaltungsdesign, Chipintegration und Siliziumimplementierung. Im Mittelpunkt stehen speicherzentrierte Architekturen, In-Memory-Computing und skalierbare Rechen- und Speichersysteme. Der Fokus ist naheliegend, denn in KI-Hardware verbraucht Datenbewegung zwischen Speicher und Prozessor oft mehr Energie als die eigentliche Berechnung.

ST stellt der NUS eine dedizierte Designplattform auf Basis seiner P18-18-nm-FD-SOI-Technologie und eingebetteten Phasenwechselspeichers bereit. FD-SOI unterstützt stromsparenden Betrieb und adaptive Body-Biasing-Verfahren, während eingebetteter nichtflüchtiger Speicher Datenbewegungen außerhalb des Chips verringern kann. Forschende erhalten damit eine industrielle Basis, um neue KI-Beschleunigerkonzepte zu testen, ohne die gesamte Infrastruktur selbst aufzubauen. Für ST verkürzt sich der Weg von akademischer Forschung zu skalierbaren Halbleiterlösungen.

Die unmittelbaren Ergebnisse von HELIX werden Forschungspakete, Prototypen, geistiges Eigentum und Demonstrationen sein, nicht ein einzelnes Verbraucherprodukt. Die langfristige Bedeutung hängt davon ab, ob daraus skalierbare Edge-KI-Plattformen für Roboter, Drohnen und intelligente Geräte entstehen. Gelingt das, könnte ein Teil des KI-Wettlaufs von großen Rechenzentren zu kompakten, energieeffizienten Systemen wandern, die Intelligenz in die physische Welt bringen.