KI-Geschäft
Interesse an KI und Robotik treibt IPO-Boom in Hongkong und Shanghai
Die Nachfrage nach KI, Robotik und fortgeschrittener Fertigung treibt laut AP eine Welle chinesischer Börsengänge in Hongkong und Shanghai an.
Das Interesse von Investoren an künstlicher Intelligenz, Robotik und fortgeschrittener Fertigung befeuert eine der aktivsten Phasen für chinesische Börsengänge seit Jahren. In einem Bericht der Associated Press, der am 31. August von ABC News veröffentlicht wurde, beschreiben Marktteilnehmer eine Welle von IPOs und Zweitnotierungen in Hongkong und Shanghai. Unternehmen mit Bezug zu strategischen Technologien finden dort offenbar aufnahmebereite Investoren näher am Heimatmarkt.
Die sichtbarsten Namen decken mehrere Teile der chinesischen Technologielieferkette ab. Shein, der in China gegründete und inzwischen in Singapur ansässige Fast-Fashion-Konzern, soll nach einer Kapitalaufnahme von 1,7 Milliarden Dollar in Hongkong debütieren. ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT, sammelte im Juli in Shanghai mehr als 8,6 Milliarden Dollar ein, während das Robotikunternehmen Unitree im August in Shanghai an die Börse ging. Laut AP stiegen beide Aktien am ersten Handelstag um mehr als 400 Prozent. Das zeigt die Stärke der Nachfrage nach Unternehmen, die mit KI-Infrastruktur und Robotik verbunden sind.
Die Investmentlogik ist klar. KI-Modelle benötigen nicht nur Software, sondern auch Chips, Speicher, Server, Sensoren, Energiesysteme und Automatisierungstechnik. Halbleiter-, Robotik- und Präzisionsfertiger werden dadurch Teil des breiteren KI-Handels. AP zitierte Ruiying Zhao von S&P Global Market Intelligence mit der Einschätzung, der aktuelle IPO-Boom werde vom Appetit auf KI und Robotik getragen. Perris Lee von ION Analytics verwies zudem auf die strategische Bedeutung der KI-bezogenen Technologiefertigung, während China mehr technologische Eigenständigkeit anstrebt.
Die Zahlen von CXMT zeigen, warum Investoren die Hardwareebene so genau beobachten. AP berichtete, dass der Umsatz des Speicherchipherstellers in den ersten drei Monaten 2026 dank Nachfrage nach KI-Chips um mehr als 700 Prozent auf 50,8 Milliarden Yuan, etwa 7,5 Milliarden Dollar, stieg. Speicher ist für Training und Inferenz entscheidend, weil große Modelle während der Berechnung schnellen Datenzugriff benötigen. Auch wenn die sichtbaren Produkte Chatbots oder Unternehmensassistenten sind, stehen dahinter Speicher, Packaging, Netzwerke und Fertigungskapazität. Aus spezialisierten Zulieferern werden so an der Börse Stellvertreter für die KI-Infrastruktur.
Der Börsenplatz ist ebenfalls bedeutsam. Von AP zitierte LSEG-Daten zeigen, dass IPOs und Zweitnotierungen in Hongkong und Shanghai 2026 mehr als 54 Milliarden Dollar einbrachten, mehr als die über 46 Milliarden Dollar des Vorjahres, und rund 21 Prozent der weltweiten Aktivität ausmachten. Nasdaq hielt wegen des SpaceX-IPOs weiter einen größeren Anteil, doch die Erholung der chinesischen Börsen signalisiert, dass lokale und regionale Kapitalmärkte wieder wichtige Finanzierungswege für Technologieunternehmen sind. Gleichzeitig erschwert die strengere Prüfung zwischen den USA und China Auslandsnotierungen.
Es gibt jedoch Warnsignale. AP merkte an, dass Unitree später mehr als 40 Prozent unter seinem Höchststand gehandelt wurde, während Sheins Bewertung unter veränderten Marktbedingungen genau beobachtet wird. Die weltweite KI-Rallye hat die Risikobereitschaft erhöht, macht Investoren aber auch sensibler dafür, ob Wachstumserwartungen durch Umsatz, Margen und dauerhafte technologische Vorteile gedeckt sind. Der Boom in Hongkong und Shanghai ist daher mehr als eine Finanzierungsgeschichte. Er prüft, wie öffentliche Märkte die physische Infrastruktur hinter KI bewerten. Bleibt die Nachfrage stark, könnten mehr chinesische KI-nahe Unternehmen heimische Börsen nutzen. Kühlen die Bewertungen ab, wird der Markt schnell unterscheiden, wer echte KI-Nachfrage bedient und wer nur vom Etikett profitiert.